150 Jahre in Kurzfassung

Im Jahre 1858, als Bruchköbel ca. 600 Einwohner zählte, die überwiegend in der Landwirtschaft arbeiteten, war Chorgesang nur aus Erzählungen oder seltenen Opern- oder Theaterbesuchen bekannt. Damals entstand der Wunsch, mehrstimmig zu singen. Es wurde der Gesangverein Bruchköbel gegründet. Die finanziellen Mittel waren begrenzt und es war schwierig, einen Dirigenten zu finden, zu finanzieren und genügend Mitsänger zu begeistern. Unter schwierigsten wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen wurde begonnen.

Erster Dirigent für 30 Jahre war Lehrer Schleucher. Er leitete auch den Kirchenchor. Danach kam Lehrer Schumann und über die Jahrhundertwende Lehrer Hinkel. Unter seiner Leitung wurde bis zu 3-mal wöchentlich gesungen. Ab 1904 entwickelte sich der Chor unter dem bekannten Dirigenten Hamburger rasant, bei einem Konzert in der Turnhalle wirkten ca. 100 Sänger mit. Es entstand auch ein gemischter Chor..

In der Kriegszeit, 1914-1918 ruhte die Chortätigkeit, erst im Dez. 1918 wurde wieder mit der Singstunde begonnen. In den folgenden Jahren, durch Inflationen erschwert, ging es mit dem Chorgesang auf und ab. 1936 erfolgte, bedingt durch die politischen Verhältnisse und den daraus resultierend fehlender Sängerinnen und Sänger, der Zusammenschluss zum "Männer und Volks-Chor. Auch in dieser Zeit wurde der unregelmäßige Besuch der Singstunde bemängelt. Während der Kriegszeit 1939 bis 1944 wurde nur unregelmäßig gesungen, 1944 kam der totale Zusammenbruch des Vereinslebens.

In der Nachkriegszeit lebte die Vereinstätigkeit wieder auf, der Männer und Volkschor wurde in "Volkschor Bruchköbel" umbenannt. Zusammenhalten - war das Motto ! Das die Frauen dazu gehören mussten, daran bestand fortan kein Zweifel. Erster Vorsitzender war Jean Fischer, es folgten Heinrich Köhler, Karl Köhler, nochmals der alte Onkel Karl, Willi King, Ludwig Alban, Heinrich Fischer, Karin Weitzel, Hubert Oscheka und Helmut Kreiß. Zurzeit ist der 1. Vorsitz in Ruhe und wird durch das Vorstandteam gebildet.

Dirigenten waren Karl Lach und dann Hans Buhl, es gab die ersten Konzerte mit Schubert Liedern. Es ging wieder aufwärts mit dem Chor. Als der Dirigent die getrennten Singstunden zusammenlegen wollte, regte sich Widerstand, Hans Buhl legte sein Amt nieder. Mit Gerhard Schwachhöfer wurde 1950 ein junger Dirigent gewonnen, der Atemübungen, Stimmbildung und Aussprache vor der Singstunde einübte. Manche der alten Sänger(innen) hatte seine liebe Mühe mit dem "modernen Kram"

Doch der Volkschor erlebte seine bisher größte Blütezeit und entwickelte sich zu einem der angesehensten Chöre im Kreis Hanau. Gerhard Schwachhöfer blieb 33 Jahre Dirigent und war für die Erfolge in den 50er bis 70er Jahre mit verantwortlich.
1983 übernimmt Hugo Bergmann die Leitung des Chores und führt ihn auf beachtlichem Niveau weiter. In schönen Konzerten, mal barock, mal klassisch oder modern, wird die gute Tradition des Volkschores fortgeführt.

Zurzeit wird der Chor von dem jungen Dirigenten Michael Knopke geleitet, der 1999 die Leitung von Bergmann übernahm und den bisherigen Anspruch fortsetzt. Am 8.März 2008 glanzvoller Festkommers zum 150-jährigen Jubiläum im Bürgerhaus Bruchköbel und Freundschaftssingen mit 10 Chören am 9.3.2008.

Am 9.11.2008, 17.00 Uhr großes Jubiläumskonzert in der ausverkauften kath. Kirche "Erlöser der Welt" in Bruchköbel, mit dem Volkschor, vier Solisten und der Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg. Mozarts Krönungsmesse und das Requiem begeisterten das Publikum. Als Zugabe folgte "Ave Verum".

Unter dem Motto " 150 Jahre und kein bisschen leiser" folgten ein Weihnachtskonzert in der ev. Jakobuskirche 2009 und 2010 im Bürgerhaus ein romantischer Konzertabend mit Chorwerken von Brahms und Schumann.

Der Vorstand des Volkschor wird vertreten durch Jaqueline Kaschubowski, Kolpingstr. 1,63486 Bruchköbel, Telefon +49 6181 - 71421

Hier gibt es das ganze in Gedichtform

Portratit in Gedichtsform

 

Portrait des Chor's im Internet
ist mir ganz klar, geh' jede Wett'
da locker ein,
viele hier in dem Verein
wissen, wie das alles war,
was die ganzen Jahr' geschah.

 

145 Jahre ist er alt,
der Volkschor, und in der Gestalt,
wie er sich jetzt so präsentiert,
wurd' ‚ne Menge ausprobiert.

 

Erst ging ein "Männergesangverein" hervor,
52 Jahre später gründ' man den "Gemischten Chor".
Durch Krieg und Inflationen wurden bald die Sänger rar,
man beschloß nach weiter'n 26 Jahr',
einen Zusammenschluß in "Männer- und Volkschor" einzugehn.
12 Jahr' danach konnt daraus der jetzige "Volkschor Bruchköbel" entstehn.

 

Durch all' die Zeit gab es Chorleiter 7 an der Zahl,
möcht diese Namen aufzählen gern einmal.
Schleucher, Schumann, Hinkel, Hamburger und Buhl.
Ab 1952 übernahm Gerhard Schwachhöfer diesen Stuhl
am Kavier und blieb für 31 Jahre hier,
dann Hugo Bergmann löst ihn ab,
jetzt hält Herr Knopke uns in Trapp
als Opus 8
und der Chor macht, unter seiner Leitung nur
die allerbest' Figur!!!
Was durch viele Jahr' hin aufgebaut,
wurde ihm gerne anvertraut.
Er hegt und pflegt die zarte Pflanz',
setzt sich ständig voll und ganz
mit Leib und Seele gerne ein.
Ich glaub, er liebt unsern Verein!

 

Beim Hof- und Gassenfest sich einiges verändert hat,
s' fand heuer nicht wie sonst bei Lothar statt.
Ein Umzug gabs zum Kirchgarten,
wir war'n gespannt‚ `s blieb abzuwarten,
wie Freunde oder auch die Gäst,
annehmen würden dieses Fest!

 

Das Wetter droht zum Überfluss
mit einem zünft'gen Regengusss.
Hubert besorgt, um aufzustelle',
einen Pavillon für alle Fälle.
Der Hans karrt mit dem Traktor dann
die Garnitur'n zum Sitze' an.

 

Als alles wunderschön und dicht,
sorgt Jürgen auch dann noch für's Licht.
Der Töpfel eilt zum Engroff hin,
besorgt die Truh' und was sonst drinn',
Cola, Fanta, Wasser, Bier,
auch Sonnenschirm und Stehtisch vier.
Und Inge Schüler, die holt wohl
Brot vom Schadeberg und Ohl,
noch Geschirrtücher, Gläser, Schmalz.

 

Der Hellmut bringt die Pfläumchen, falls
a' bißche' Brenne oder Dorscht,
a'ch's riesegroß' Reklameschild vom Chor
zerrt er aus dem Dunkel vor,
damit die Leut' uns alle finne,
wir neue Gäst' dazugewinne.

 

Jaqui' schaut zur Wundertüte rein,
holt die Schankgenehmigung für'n Verein
und macht auf griechisch' Art
aus Bohne' leckeren Salat.
Kauft Klopapier und Küche'rolle,
Serviette, Kerze, was mer wolle.

 

Auf die Worscht vom Weberhof war mer ganz geil,
ich denk' ganz `afach, weil
sie auch in diesem Jahr
ganz besonders lecker war.

 

Hubert legt Handkäs' mit Zwiwwel in weiß Soß',
in unsre Bäuch' ist bald was los!
A' Glück ist rundum frei, nur obe' `s Dach
und nebe'an machts Jungvolk Krach.
So kommt weder für die Nas' noch für's Ohr
des allerklaanste Unglück vor!

 

Die Schankwirtstöchter, Irmgard, Inge
wolle' gute Umsatz bringe,
schenke ins Glas, ohne zu grolle,
alles was die Leut' so wolle.

 

Die Erna hatte längst im Vorfeld
die Räumlichkeit der Kirch' bestellt.
Schafft Teller, Tasse und so Dinge,
die für's Fest kaan Nutze bringe,
uns aus de' Füß',
macht das und dies.
Sie ist seit fünf Früh auf de' Baa',
die Kinner aus Amerika
sind zu Besuch,
das wär an sich ja schon genug,
zweigleisig fährt sie an dem Tag,
da is' des überhaupt kaa Frag',
dass nachts um elf sind blank ihr Nerve',
sie möcht zu gern des Handtuch werfe.
Doch Sonja will die Leut' beglücke,
noch verkaaft viele Stücke
Worscht, damit der Rubel rollt,
sie will vom Gold, Gold, Gold
erwerbe' viel für den Verein,
die Kasse sollt doch voller sein.
Die Fraue' springe im Karree.
Wenn ich des aus mei'm Winkel seh'
kann ich se alle zwaa versteh'!
Solang sich überschäumend Temp'ramente noch aneinander reiben,
des bin ich sicher, wird ganz gewiss, auch Lebe' in dem Lade' bleibe'!

 

Der Volkschor hat Konzerttermin,
da ist jetzt etwas Spannung drin,
bis 12. Oktober ist noch Zeit,
wahrhaftig nicht in allzu weiter Ferne,
wir möchten gar zu gerne
ein klassisch gut Konzert doch geben,
ist quasi ‚s Salz der Supp' im Sängerleben.

 

Diesmal musst's Ramirez sein,
geht uns sehr schwer in Kop' doch rein.
Es werd gezwiwwelt unser Chor,
das kommt uns ganz schön spanisch vor.
Der deutsche Michel gibt ka' Ruh,
mir plage' uns und hör'n schlecht zu.
An Trainer Böltz denk' ich da jetzt,
der Ullrich mit den Worten hetzt,
dem Spruch, jed' Kind kennt ihn genau,
er lautet:" Quäl dich doch, du S... Sänger ob Mann ob Frau!"

 

Weil ein Stück das Programm nicht ganz ausfüllt,
wird der Kulturhunger des Publikums auch gestillt
durch Beethoven, Palestrina, Roselli, Crüger, Bruckner, Haydn,
der Chor hatte einiges zu bestreiten!
"Wie im Anfang so auch jetzt"
war als Thema angesetzt.
Da bot sich selbstverständlich dann
ein'ges aus Haydn's Schöpfung an.

 

Auch einmalig, wir hörten noch bizarre
Klänge durch Bittermann's auf klassischer Gitarre,
Hilko Dumno als Meister des Klavier'
zeigt sein großes Können hier.

 

Daneben tauchten noch verschied'ne Namen auf,
wie Happel, Sachs, Schultheiß, Parsch und Günther,
sie alle trugen ganz bestimmt nicht minder
zum Gelingen des ganz besond'ren Abends bei,
verzaubernde, ungewöhnlich' Klänge schwebten frei
durch den Kirchenraum.
Es war schon beinah wie im Traum.
Per Internet und durch die Zeitung
wurd' sehr gelobt die gute Leitung
und Führung, natürlich auch sofort danach
man in Lobeshymnen sprach.
Ein jeder war des Wortes voll,
das allseits aus den Herzen quoll!

 

Eine Novembersingstund' verlief so
unbeschwert, wir war'n all' froh,
ja wie der Mops im Haferstroh!
Und gegen Ende, fast um Zehn,
wir packten schon und wollten gehn,
sprichts im Umfeld nah bei mir:
"Heut' war ‚ne schöne Singstund' hier!"
Aus tiefsten Herz sagt ich laut " ja!"
Weil ich das ganz genau so sah.
Auch im Tenor, Bass, Alt gelöst
jeder, ganz ungewollt verstößt
ein wenig gegen Disziplin
und plappert ein paar Worte hin.

 

Ganz selbstverständlich, das ist klar,
nach dem Konzert man glücklich war.
Das gelungene Konzert war schuld
an diesem Singstundentumult,
‚ne dankbare Erlösung macht sich breit,
wir hatten in vergang'ner Zeit
doch reichlich geschuftet und gezittert,
kämpften um jeden Besucher ganz verbittert.
Durch's allgemeine Überangebot
uns fast noch ein Fiasko droht.
Doch die Kirch' war voll, das Konzert famos,
wir fühlten uns ganz einfach groß!
Vor diesem Hintergrund wird klar,
entschuldbar dies Vergehen war.
Nur Sonja schwört auf Disziplin
und langt da ungeniert auch hin,
sie greift ganz forsch
laut bei'm Chor dorsch,
sie läßt es kurzerhand ‚mol krache.
Lieb Sonja, ganz so derfste des net mache.

 

Wir liebe unsern Knopke innig all'
und gibt's Tumult, dann auf gar kein Fall
sind das Geschütze gegen ihn.
Wir woll'n gemeinsam mit ihm zieh'n
an einem Strang,
egal wie lang,
doch freudiger Tumult
wird ab und an geduld'!

 

Ursel Schwahn

 

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